Wie ein Selfie meinen Zustand rettete

Hast Du dich schon mal richtig durch den Wolf gedreht?

Was meine ich damit? Ich frage dich, ob du dich schon mal so richtig schön selbst fertig gemacht hast. So ging es mir nämlich. Und ich habe es anfangs gar nicht gemerkt, wie ich in die Abwärtsspirale geraten bin. Und das war das Problem… Denn der Anfang lag schon eine Weile zurück.

Wehre den Anfängen

Ich war gut aufgestellt. Ich war bereits eine Weile in der Lebensschule hatte mich wirklich gut entwickelt. Gutes Selbstbewusstsein. Starker Selbstwert…Ich nahm eine Beschäftigung an, ich brauchte mehr Geld. Also tat ich meinen Dienst, allerdings war es etwas, das mir nicht wirklich lag. Nein, ich will ehrlich sein. Ich mochte die Tätigkeit nicht. Dementsprechend waren meine Ergebnisse. Also versuchte ich mit allen möglichen Techniken, es doch noch zu meinem zu machen…

Eigentlich hätte ich es besser wissen sollen. Schließlich hatte ich bei der LCC gelernt, „mach nur Dinge die dir Spaß machen“. Außerdem hatte ich auch gelernt „konzentriere dich auf das, was funktioniert“. Vermutlich ahnst du schon, dass ich mit meinem Tun bezüglich der angesprochenen Tätigkeit genau dagegen verstieß. Das Ergebnis war ständige Frustration, weil ich meine Quoten nicht erreichte und schließlich flog mir der ganze Kram um die Ohren. Und das ständige gegen mein Inneres Selbst anarbeiten, indem ich versucht hatte, etwas zu meinem zu machen, was nicht zu mir passte, schlug unbemerkt Risse und Kerben in mein gerade frisch saniertes Selbstwertgefühl und damit auch in mein Selbstbewusstsein.

Wie Krebs nur anders…

Wenn du beständig gegen dich agierst, und damit deinem Selbstwert schadest, zieht das Kreise. Es breitet sich in deinem Leben aus, wie ein Krebsgeschwür das streut. Und es zerstört, was dir lieb und teuer ist. Auch eine Beziehung ist davor nicht sicher. Also war die dann, trotz großer, gegenseitiger Liebe auch dem Untergang geweiht. Und glaub mir, du bist gründlich, wenn dir dein Selbstwert abhanden kommt.

Böses Mädchen…

Gestern war es dann soweit. Mein Reptilien Gehirn hatte die Macht an sich gerissen. Was ich mir vorwarf ging auf keine Kuhhaut. Ich zerfleischte mich buchstäblich selbst. Ich sah mir an, wie ich agiert hatte in und nach der Beziehung. Und NATÜRLICH gab ich mir alleine die SCHULD. Da waren sie, meine inneren Richter: „Du warst manipulativ! Du warst fordernd! Du warst zu ungeduldig! Warum willst Du immer alles sofort? Warum bist du immer auf Vollgas? Kannst du nicht mal warten? Du bist SCHULD!“

Und dann, weil es reicht noch nicht, wenn man sich selbst fertig macht, interpretierte ich dann auch noch ganz viel, in den Menschen, den ich liebe: „Er hasst Dich bestimmt. Kein Wunder, so wie du dich benommen hast! Ich würde gar nicht mehr mit dir reden….“ So ging das Stunde um Stunde. Ich glaube, ich habe noch nie in meinem Leben so auf mich eingedroschen. Heulend saß ich an der Rezeption des Demenzzentrums in dem ich aushilfsweise arbeite (zum Glück herrscht da morgens kein Publikumsverkehr).

Die Entscheidung…

Nach Feierabend kam ich nach Hause. Ich lag auf der Couch. Zwischen einem Gefühl der totalen Leere und Heulkrämpfen. Ich fühlte mich schwach, mickrig, schäbig, schuldig und wusste nur eins: Ich wollte endlich wieder glücklich sein… Doch ich fand den Eingang in die Aufwärtsspirale nicht. Ich konnte kein positives Gefühl mehr abrufen… Dann hatte ich eine wirklich schräge Idee. Keine Ahnung, wo sie herkam. Aus dem Universum vielleicht?

Außergewöhnliche Umstände….

erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Ich griff mir mein Handy und machte ein Selfie. In einer der dunkelsten Stunden meines Lebens.

Weißt Du was passiert, wenn du dich erschreckst? Zum Beispiel bei einem beinahe Unfall? Da ist Stille in dir, weil der Verstand aussetzt. Ich war entsetzt als ich mein Foto sah. Ich sah alt aus. Oder wie ein Cristal Meth süchtiger Zombie! DAS sollte ICH sein?! Dieser Schreck setzte etwas in Bewegung. Ich fragte mich, wie ich umschwenken konnte, ohne Glücksgefühle erzeugen zu können und mein Verstand spuckte EIN Wort aus: ENTSCHLOSSENHEIT. Das ging. DAS konnte ich fühlen. Ich machte es größer, erinnerte mich an meinen Lifie Termin bei Besus, wo ich mir Entschlossenheit geankert hatte. Die schlug dann zwischenzeitlich um in Wut. Ich wusste nicht worauf, aber ich wusste, in diesem Moment war es gut, dass sie da war. Reine Energie.

Aufräumen und Musik – Tranformation by me

Hatte ich eben noch wie eine Leiche auf der Couch gelegen, stand ich mit einem Ruck auf. Energie in Aktion umwandeln. Ich spülte Geschirr und während ich das tat, merkte ich, wie ich mich beruhigte. „Ich brauch was, das mich weiter rauf bringt.“ Musik! Ich drehte die Anlage auf. Punkmusik. Rockmusik. Und dann endlich (!) merkte ich, dass sich ein Grinsen in mein Gesicht stahl. Zweieinhalb Stunden später machte ich noch ein Selfie. Das war ich. Ich sah wieder aus, wie ich eben aussehe: Hübsch und frisch.

Ändere doch mal die Sichtweise

Darauf begann ich, alles aus einer anderen Sichtweise zu betrachten und logisch zu hinterfragen, ob das, was mir mein Gehirn die ganze Zeit erzählt hatte, überhaupt stimmte. War das zu 100% die Wahrheit? Und selbst wenn es so gewesen wäre, gab es gar keine Schuld! Denn wir handeln immer nach unseren Möglichkeiten. Und wir handeln nie aus Boshaftigkeit, sondern immer aus einer positiven Absicht heraus. Und wenn wir in einem belämmerten Zustand sind, bekommen wir halt belämmerte Ergebnisse. Egal in welchem Lebensbereich. That’s Life.

Meine beste Freundin

Hey, gegen 41 Jahre kontinuierliche Konditionierung stehen 5 Jahre Persönlichkeitsentwicklung! Ich darf, vor allem mit mir selbst, geduldiger sein. Nachsichtiger. Liebevoller. Würde ich mit einem anderen Menschen so ins Gericht gehen, wie ich es mit mir getan habe? Nein, natürlich nicht. Im Gegenteil, ich finde immer das Gute im anderen.

Wie würde ich mit meiner besten Freundin umgehen, wenn sie sich im Mangel oder in der Not befindet? Genau: Ich würde sie trösten, sie in den Arm nehmen und sie sehr, sehr lieb haben. Und genau das mache ich von jetzt an wieder mit mir 🙂

Und wenn du verstanden hast, was ich im letzten Absatz sagen will, tust du das auch mit dir ❤

Und solltest du doch mal deinem inneren Richter zum Opfer fallen, mach ein Selfie… Den Schrecken vergisst du nicht 😉

Sei dir selbst die Liebe, die du im Außen suchst. Dann geht es dir gut. Und nur darum geht es im Leben: Ums gute Gefühl…

Herzliche Grüße,

Silvia Meerbothe

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